Interview

Silke Gerhard Gamperl
Silke Gerhardt Gamperl

Hallo Frau Gerhardt-Gamperl. Darf ich auch Du zu Ihnen sagen?

Klar! (lacht) . Wenn ich Dich ebenfalls duzen darf. Das ändert nichts am gegenseitigen Respekt…

Sie sagen Respekt, sorry, Du sagt etwas von Respekt. Was bedeutet dir das?

Respekt ist der Schlüssel zum Menschen dahinter. Wenn du den Respekt nicht hast, wirst du nichts über den anderen erfahren.

Und das ist so wichtig in deinem Beruf?

Es ist nicht nur wichtig, es ist fast so etwas wie die Voraussetzung dafür. Du musst wissen, ich berühre meine Kunden ja auch an den Händen. Auch das gibt es in anderen Berufen eher nicht, dass man sich so Nahe kommt. Echtes Interesse aber bedeutet für mich, auch einmal schweigen zu können, wenn ich merke, mein Kunde möchte das jetzt gerade.

Du hast über dich selbst einmal gesagt „ich bin eine Perle“

(lacht) Wenn du das so siehst, Danke. Nein, es ist einfach so, dass ich meinen Beruf liebe. Dafür setze ich mich ein. Für Werte, auch das, was man eben so nicht mit unseren Augen sehen und unseren Ohren hören kann…

Oh, jetzt wird’s dann spirituell?

Nein, nenne es einfach Gefühle. Damit können die meisten eher etwas anfangen.

Gut, anderes Thema: Deine schönsten Momente im Geschäft?

Die gibt es jeden Tag. Meistens sind es die ganz kleinen Dinge, die mich freuen. Zum Beispiel, wenn eine Kundin meine Arbeit am Ende schön findet, oder wenn der Ehemann die neuen Fingernägel bemerkt(schmunzelt) und sie mich dann anruft.

Pink Totenkopf, Foto Christian SeebauerNichts für Männer, also?

Ganz im Gegenteil. Da gibt es eben auch brüchige Fingernägel, Nagelpilz usw., nur in der Männerwelt ist das ein Tabu. Man tuschelt aber hintenrum trotzdem. Dabei kann alles so einfach sein…

Du nimmst also auch Männer? Also beruflich, in Sachen Nägel, Füße und so?

Ja, so ist es. Und genau da habe ich sogar einige meiner dankbarsten und liebsten Kunden.

Wenn man mit dir spricht, spürt man die Begeisterung…

Solange das so ist, lebe ich!

Danke für das Interview!

chs